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Telefonleitfaden zur Terminvereinbarung: das Setting-Skript

VonAlexander HeegGründer Agentur ConsultingAktualisiert am 6. Oktober 2026

Kurzantwort: Ein Telefonleitfaden zur Terminvereinbarung führt deinen Setter in 15 bis 30 Minuten durch zehn Schritte: Agenda setzen, Ist und Ziel in Zahlen klären, den Schmerz spiegeln, Budget und Entscheider abklopfen und erst dann den Termin fürs Strategiegespräch verkaufen. Das Ziel ist kein Kalendereintrag, sondern ein Termin, den der Interessent wirklich will. Einsetzen darfst du ihn nur bei Leads, die einem Anruf zugestimmt haben.

Viele Setter, die ich in Agenturen höre, fragen „Wann passt es Ihnen?“ und tragen ein. Das fühlt sich effizient an. Genau deshalb sprechen Closer dann eine Stunde mit Leuten, die nie kaufen wollten. Ein gutes Setting-Skript dreht das um. Hier ist der Ablauf aus der Sales-Team-Schablone, mit den Sätzen, die am Telefon funktionieren.

Warum der Setter den Termin verkauft und nicht nur einträgt

Der Setting-Call ist ein eigenes Gespräch: 15 bis 30 Minuten, am Telefon oder per Video. Sein Ziel ist, zu qualifizieren, den Schmerz präzise herauszuarbeiten und den Termin fürs Strategiegespräch zu verkaufen. Das Wort „verkaufen“ steht da mit Absicht. Ein Termin, den jemand nur zugesagt hat, um dich höflich loszuwerden, kostet deinen Closer Zeit und bringt keinen Umsatz.

Der wichtigste Vergleichswert aus der Schablone: Termine, die ein Setter aktiv gesetzt hat, schließen zu 30 bis 40 Prozent ab. Reine Selbstbucher ohne Setter-Kontakt kommen auf 20 bis 25 Prozent. Wer vorher über seine Zahlen und sein Ziel gesprochen hat, weiß, warum er im Gespräch sitzt.

Wie der Closer im Verkaufstermin selbst vorgeht, beschreibe ich im Beitrag Discovery-Call führen: Qualifizieren statt pitchen. Hier geht es um das Telefonat davor.

Wen du mit diesem Leitfaden anrufen darfst

Eine klare Grenze vorweg. Dieser Leitfaden ist für Leads, die von sich aus die Hand gehoben haben: eine Anfrage, ein gebuchter Termin, ein Rückrufwunsch oder ein Download, bei dem jemand seine Nummer hinterlassen und einem Anruf zugestimmt hat. Für diese Menschen ist dein Anruf erwartbar. Genau deshalb funktioniert er.

Kalte Anrufe sind eine andere Baustelle, auch rechtlich. Das UWG verlangt für Werbeanrufe bei Verbrauchern eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, bei Unternehmern mindestens eine mutmaßliche. Eine geöffnete Mail ist keine Einwilligung. Bist du unsicher, ob deine Opt-in-Strecke trägt, lass sie prüfen. Das ist billiger als eine Abmahnung.

Zur Anrede: Die Telefon-Skripte stehen im Sie. Die Regel fürs Team lautet: siezen, bis der Lead duzt, und innerhalb eines Gesprächs nie wechseln.

Das Setting-Skript in 10 Schritten im Überblick

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Erst der Rahmen, dann Ist und Ziel, dann Geld und Entscheider. Der Termin kommt ganz am Ende. Wer ihn vorzieht, verkauft etwas, dessen Wert der Interessent noch nicht kennt.

SchrittWorum es gehtKernsatz oder Kernfrage
1. Smalltalkein bis zwei Minuten, kurz und echtkein Pflichtprogramm übers Wetter
2. Agenda setzenErlaubnis für Fragen holen, Entscheidung am Ende ankündigen„Klingt das fair?“
3. Bedarfsanalyse IstAkquise heute, bisherige Versuche, harte Zahlen„Wie viele Anfragen kamen letzten Monat rein?“
4. Bedarfsanalyse SollZiel in 12 Monaten und was es persönlich bedeutet„Was würde das für Sie persönlich verändern?“
5. Schmerz spiegelnProblem, Dauer und Kosten in einem Satz zurückgeben„Ist das richtig?“
6. Preisrahmengrobe Spanne prüfen, kein Angebot„Ist das grundsätzlich realisierbar für Sie?“
7. Entscheiderwer sonst noch mitentscheidet„Wer außer Ihnen entscheidet mit?“
8. Termin pitchenkonkreter Nutzen des StrategiegesprächsZiel aus Schritt 4 aufgreifen
9. VerbindlichkeitEinladung im Gespräch schicken und bestätigen lassen„Bestätigen Sie kurz? Dann ist es fix.“
10. Hausaufgabegenau eine Vorbereitungein kurzes Video vor dem Gespräch

Bedarfsanalyse: Zahlen statt Meinungen holen

Die Agenda klingt banal, ist aber der Schlüssel: „Damit wir die Zeit gut nutzen: Ich stelle Ihnen erst ein paar Fragen zu Ihrer aktuellen Situation, dann schauen wir, wo Sie hinwollen, und am Ende entscheiden wir gemeinsam, ob ein ausführliches Strategiegespräch für Sie Sinn ergibt. Klingt das fair?“ Damit hat der Setter die Erlaubnis zu fragen.

In der Ist-Analyse geht es darum, wie der Interessent heute Kunden gewinnt, was er schon probiert hat und ob er schon mit einer Agentur oder einem Berater gearbeitet hat. Dann kommt die unbequeme Vertiefung: „Welche Summe haben Sie da schon in den Wind gesetzt?“ Die Frage tut weh, deshalb wird sie ruhig und ohne Unterton gestellt.

Danach holt der Setter Zahlen, Schritt für Schritt nach unten: Anfragen letzten Monat, Anfragen im Monat davor, davon Wunschkunden, davon gekauft. „Läuft so mittel“ ist keine Antwort. Unklares bleibt nie stehen, der Setter fragt nach, bis die Rechnung schlüssig ist. Im Soll-Teil folgen zwei Fragen: Wo will der Interessent in 12 Monaten stehen, konkret in Zahlen? Und was würde das für ihn persönlich verändern? Die erste liefert dem Closer das Ziel, die zweite den Grund, sich zu bewegen.

Schritt 5 bündelt alles in einem Satz: „Nur damit ich es richtig verstanden habe: Das Problem ist [X], das geht schon [Zeitraum] so, und es hat Sie bisher etwa [Betrag oder Konsequenz] gekostet. Ist das richtig?“ Sagt der Interessent „Ja, genau“, steht das Fundament. Korrigiert er dich, ist das noch besser. Dann kennst du das echte Problem jetzt und nicht erst im Closing.

Zum Mitnehmen: Alle zehn Schritte, den Triage-Call und die passenden Einwand-Antworten bekommst du als Kopiervorlage in der kostenlosen Skript- und Einwand-Bibliothek für Setter und Closer. Sie ist ein Teil der Sales-Team-Schablone mit allen Vorlagen für dein Vertriebsteam.

Budget und Entscheider klären, bevor der Closer Zeit investiert

Bei Schritt 6 werden viele Setter weich. Dabei geht es nicht um ein Angebot, sondern um eine grobe Spanne: „Damit ich Sie nicht in ein Gespräch schicke, das keinen Sinn ergibt: Lösungen in dem Bereich bewegen sich je nach Umfang in einem Rahmen von [X bis Y]. Ist das grundsätzlich realisierbar für Sie?“

Zögert der Interessent, fragt der Setter in Stufen, etwa: „Reden wir eher über 8 bis 10k, eher 15 bis 30k oder darüber?“ Die Stufen setzt du nach deinen echten Preisen. Entscheidend ist der Ton, nie aggressiv, aber immer klar. Kommt die Preisfrage schon in den ersten Minuten, wird sie nicht abgeblockt, sondern freundlich ins Strategiegespräch verschoben, weil dort erst eine Zahl entsteht, die auch stimmt.

Direkt danach folgt die Entscheiderfrage: „Wer außer Ihnen entscheidet über so ein Projekt mit?“ Gibt es eine Mitgründerin, einen Partner oder eine Geschäftsführung im Hintergrund, kommt diese Person mit in den Termin. Sonst wird alles doppelt besprochen, und am Ende steht der Satz, den jeder Closer kennt: „Das muss ich erst intern klären.“

Den Termin pitchen und verbindlich machen

Jetzt erst kommt der Termin, und zwar konkret und mit Energie. Der Setter sagt, mit wem das Gespräch stattfindet, was dort passiert und was der Interessent davon hat. Dafür greift er das Ziel aus Schritt 4 auf: Im Strategiegespräch schaut ihr euch zum Beispiel Anzeigen, Funnel oder Stellen im Detail an und baut den Plan, wie er sein Ziel erreicht. Das dauert etwa 60 Minuten, und er geht in jedem Fall mit einem umsetzbaren Plan raus.

Schritt 9 macht den Termin fest. Der Setter fragt, ob in den nächsten zwei Wochen Urlaub ansteht, schickt die Kalender-Einladung noch im Telefonat und lässt sie annehmen: „Ich habe Ihnen die Einladung gerade geschickt. Bestätigen Sie kurz? Dann ist es fix.“ Dann sichert er ab: „Gibt es irgendeinen Grund, warum Sie den Termin verschieben müssten?“ Die Frage wirkt unbequem. Sie holt Absagen aber ans Licht, solange du noch reagieren kannst.

Leg das Strategiegespräch so nah wie möglich, denn ab vier Tagen Abstand fällt die Show Rate deutlich. Zum Schluss gibt es genau eine Hausaufgabe, meist ein kurzes Video. Eine, nicht drei. Und kein Call endet ohne Folgetermin: Entweder der Interessent kauft den Termin, oder der Setter kauft ihm den Einwand ab. Wie die Übergabe an den Closer danach sauber läuft, zeigt der Beitrag Discovery-zu-Angebot-Prozess: Lücke zum Abschluss schließen.

Triage-Call oder Setting-Call: Welcher Leitfaden passt?

Nicht jeder Lead braucht das volle Setting. Wer aktiv angefragt oder über ein Formular einen Termin gebucht hat, hat sein Interesse schon gezeigt. Für diese Leads gibt es den Triage-Call, die Kurzform mit rund 15 Minuten. Die Reihenfolge dreht sich um: erst den Termin verkaufen, dann qualifizieren.

Nach einem Frame von 30 Sekunden folgt eine Mini-Discovery von 5 bis 10 Minuten, keine Sekunde länger. Weiter geht es erst, wenn Problem, Auswirkung in Zahlen und Ziel klar sind. Dann verbindet der Setter mit einer konkreten Person, die täglich an genau diesem Problem arbeitet, ausdrücklich unabhängig davon, ob ihr je zusammenarbeitet, und bietet zwei Slots zur Auswahl an.

Qualifiziert wird erst nach der Buchung, als kleine Bitte: Der Closer braucht für jeden Termin ein kurzes Formular, hilft der Interessent zwei Minuten? Darin stehen Herausforderung, Ziel, Entscheidungsstruktur und eine Finanz-Skala von 1 bis 10. Die Fragen kommen also, nachdem er sich schon für das Gespräch entschieden hat.

Die Faustregel: Hat der Lead klares Interesse gezeigt, reicht der Triage-Call. Das volle Setting-Skript nimmst du für das vereinbarte Qualifizierungsgespräch, in dem Bedarf, Budget und Entscheider erst noch auf den Tisch müssen.

Woran du erkennst, dass dein Setter das Skript beherrscht

Abgelesen klingt jedes Skript nach Callcenter. Top-Leute blocken sich täglich 30 bis 60 Minuten fürs Training: eigene Calls anhören, Calls der Besten anhören, Skripte laut drillen. Nach einem Review gibt es nur 1 bis 2 Änderungen auf einmal, sonst geht die Sicherheit verloren. Und Setter verdienen dieselbe Review-Frequenz wie Closer, denn sie entscheiden über Volumen und Qualität der Closing-Calls.

Ob das Training greift, misst du an den Zahlen aus der Schablone. Ein eingearbeiteter Setter setzt 80 bis 90 Prozent der qualifizierten Gespräche und legt 2 bis 5 Termine pro Tag, mindestens 2, gut sind 3 bis 4. Liegt dein Team darunter, hör dir zuerst Schritt 5 und Schritt 8 an. Nach meiner Erfahrung gehen dort die meisten Termine verloren. Suchst du den ersten Setter erst noch, lies vorher den Beitrag Sales-Setter für Agenturen: Den ersten Mitarbeiter richtig einstellen.

Die sieben Mini-Regeln passen auf einen Zettel neben dem Bildschirm:

  • Unklare Antworten nie stehen lassen, sondern nachfragen, bis es schlüssig ist.
  • Frühe Preisfragen verschieben statt abblocken.
  • Budget klar abklopfen, nie aggressiv. Eine grobe Spanne reicht.
  • „Später“ nicht hinnehmen, sondern fragen, was sich bis dahin ändern soll.
  • Den Entscheider früh dazuholen, nicht erst im Closing.
  • Bei Skepsis nicht verteidigen, sondern zurück zur Lage des Interessenten.
  • Kein Gespräch ohne Folgetermin beenden.

Dein nächster Schritt: Hol dir die Skript- und Einwand-Bibliothek für Setter und Closer und lass deinen Setter diese Woche jeden Tag einen Schritt laut üben. Willst du das ganze Vertriebsteam aufbauen, vom ersten Setter über das Provisionsmodell bis zum CRM, findest du alles in der kostenlosen Sales-Team-Schablone. Wie Vertrieb und Team im Gesamtbild zusammenspielen, zeigt der Leitfaden Agentur skalieren.

FAQ

Was ist ein Setting-Skript?

Der Gesprächsleitfaden für das Qualifizierungstelefonat vor dem eigentlichen Verkaufsgespräch. Er führt den Setter in zehn Schritten von der Agenda über Ist, Ziel, Budget und Entscheider bis zum verbindlich gebuchten Strategiegespräch.

Wie lange dauert ein Setting-Call?

15 bis 30 Minuten, am Telefon oder per Video. Der Triage-Call für Leads mit klarem Interesse ist mit rund 15 Minuten kürzer.

Darf mein Setter Leads ohne Einwilligung anrufen?

Bei Verbrauchern nicht, dort braucht ein Werbeanruf eine vorherige ausdrückliche Einwilligung. Bei Unternehmern verlangt das UWG mindestens eine mutmaßliche Einwilligung, die du im Zweifel belegen musst. Setz den Leitfaden deshalb bei Leads ein, die einem Anruf zugestimmt haben.

Siezen oder duzen am Telefon?

Am Telefon wird gesiezt, bis der Lead duzt, und innerhalb eines Gesprächs wechselst du nie. Chat- und WhatsApp-Vorlagen für Funnel-Leads stehen dagegen im Du.

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