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Recruiting Agentur Preise: so kommst du auf 10k

Im Video: 10k für Recruiting verlangen? Pricing Modelle genau erklärt. · Auf YouTube ansehen

Was kostet eine Recruiting-Agentur wirklich?

Eine Recruiting-Agentur im Social-Recruiting rechnet über drei Blöcke ab: eine Monatspauschale pro Stelle, eine einmalige Setup-Gebühr und das Werbebudget. Das Werbebudget kommt separat obendrauf und läuft direkt über das Werbekonto des Kunden. In meiner Beratung sehe ich eine Pauschale von rund 2.000 Euro netto pro Stelle als realistischen Anker. Als Einsteiger ohne Referenzen rufst du eher 1.000 bis 1.500 Euro ab, weil dir Cases und Verkaufsargumente fehlen. Das ist dein Startpunkt, kein Makel.

Trenne zwei Dinge sauber: dein Honorar und das Werbebudget. Das Honorar ist dein Geld für Kampagne, Betreuung und Vorqualifizierung. Das Werbebudget fließt an Meta oder Google. Es gehört nicht in deine Tasche. Vermischst du beides, entsteht beim Kunden der Verdacht, du würdest beim Werbegeld mitverdienen. Lass es über sein Konto laufen.

Die Modelle am Markt unterscheiden sich stark. Klassische Personalvermittler und Headhunter arbeiten oft mit Erfolgshonorar, also einem Prozentsatz des Jahresgehalts bei erfolgreicher Besetzung. Eine Social-Recruiting-Agentur nutzt dagegen eine monatliche Pauschale pro Stelle plus Setup. Beide Wege funktionieren. Für planbaren Umsatz halte ich den Retainer pro Stelle für überlegen, weil er nicht an einer einzigen Unterschrift hängt. Mehr zum Fundament findest du im Leitfaden zur Personalvermittlung gründen.

Preisstruktur und Einstiegsgebühren im Recruiting

Die Grundstruktur bleibt simpel: Pauschale pro Stelle plus einmalige Setup-Gebühr, Werbebudget separat. Sucht ein Betrieb fünf Mechatroniker für exakt dieselbe Stelle, bleibst du beim Preis einer Stelle, weil es eine Kampagne ist. Sucht er Mechatroniker und Ingenieure gleichzeitig, sind das zwei Kampagnen und zwei Stellen. Diese Logik versteht jeder Geschäftsführer in dreißig Sekunden.

Die verschiedenen Abrechnungsmodelle lassen sich klar gegenüberstellen. Jedes hat eine eigene Eignung, abhängig von deiner Reife als Agentur und der Größe deiner Kunden.

Die Laufzeit startest du bei einem Monat mit monatlicher Kündigung. Das senkt die Hürde beim ersten Ja. Mit besseren Cases, stärkeren Verkaufsgesprächen und größeren Kunden ziehst du die Laufzeit hoch: drei Monate, dann sechs, dann zwölf. Diese Treppe entsteht durch Vertrauen und durch Resultate, die du vorweisen kannst.

ModellAbrechnungEignung
ErfolgshonorarProzentsatz vom Jahresgehalt pro BesetzungKlassische Headhunter, hohe Einzelgehälter
Monatspauschale pro StelleFixbetrag netto pro Monat und StelleSocial-Recruiting, laufender Bedarf
Setup-GebührEinmalig zu Projektbeginn, inkl. FotosJede Zusammenarbeit, ab 3. Kunde fest
WerbebudgetSeparat über KundenkontoImmer getrennt vom Honorar
Kontingent-ModellCredits für Stellen, Workshops, SeitenErfahrene Agentur mit festem Kundenstamm
Add-on VorqualifizierungMonatlicher Aufschlag auf die PauschaleKunden ohne eigene HR-Kapazität

Warum die Setup-Gebühr dein stärkster Wertanker ist

Die Setup-Gebühr deckt die Vor-Ort-Fotoaufnahmen für deine Kampagnen ab und verankert den Wert des gesamten Angebots. Du fährst einmal zum Betrieb oder schickst einen Freelancer, der Bilder für die Anzeigen macht. Diese Fotos trennen eine generische Kampagne von einer, die nach dem echten Betrieb aussieht. Bewerber reagieren auf echte Gesichter, nicht auf Stockfotos.

Am Anfang ist die Setup-Gebühr deine Verhandlungsmasse. Du erwähnst sie im Verkaufsgespräch und machst klar, dass du sie bei sofortigem Abschluss weglassen kannst. Das gibt dir einen Hebel, ohne dass du beim Monatspreis nachgibst. Spätestens ab dem dritten Kunden verankerst du sie fest. Dann hast du Cases und musst nicht mehr über den Preis verkaufen.

Ich halte wenig davon, die Setup-Gebühr dauerhaft zu verschenken. Wer ständig gratis startet, trainiert sich selbst darauf, den eigenen Wert kleinzureden. Content kostet Zeit. Anfahrt kostet Zeit. Fotos sind der Grund, warum deine Anzeigen besser laufen. Benenne diesen Wert und lass ihn dir bezahlen, sobald du erste Resultate zeigen kannst. Alexander Zaiser gewann seine ersten Kunden über geschärfte Vertriebsstrategien und eine klare Angebotsstruktur, nicht über Preisnachlass.

Welche Add-ons deine Marge pro Kunde hochziehen

Die Add-ons mit der höchsten Marge sind Media-Day, Karriereseite und Vorqualifizierung. Ein Media-Day bedeutet einen Dreh- und einen Schnitttag beim Kunden. Ein Freelancer kostet dich dafür einen Teil des Preises, der Rest ist deine Marge. Das Verkaufsargument ist einfach: Mit einem echten Recruiting-Video laufen die Kampagnen besser und der Betrieb hat Material für seine eigenen Social-Media-Kanäle.

Eine komplett neue Karriereseite ist der zweite starke Posten. Du baust sie als eigenständige Seite, auch wenn die eigentliche Bewerbung über deinen Funnel läuft. Dazu kommt ein Employer-Branding-Workshop über zwei Tage. Im Workshop gehst du mit dem Chef durch, wie er auf Instagram präsenter wird, wie das Team sichtbarer auftritt und wie er Stories für sich nutzt. Das sind keine Standardleistungen. Deshalb verkaufst du sie als Zusatz und quetschst sie nicht in den Grundpreis.

Die Vorqualifizierung ist ein kleiner, aber wirksamer Aufschlag pro Monat. Du rufst die Bewerber aus deinem Funnel selbst an, qualifizierst sie und übergibst dem Kunden fertige Termine mit passenden Kandidaten. Laut Salesforce, 2026 verbringen Vertriebsteams rund 60 Prozent ihrer Zeit mit nicht verkaufsbezogenen Aufgaben. Genau diese Zeit nimmst du dem Geschäftsführer ab, damit er sich nicht durch unpassende Bewerber telefonieren muss.

Wie ziehst du den Preis von 2k auf 10k?

Zehntausend Euro und mehr erreichst du über größere Kunden mit vielen offenen Stellen und laufendem Bedarf. Höhere Einzelpreise bringen dich nicht dorthin. Die Rechnung dahinter ist belastbar. Ein Betrieb mit 100 Mitarbeitern verliert durch natürliche Fluktuation jedes Jahr mehrere Leute. Allein um die Größe zu halten, muss er diese Stellen nachbesetzen. Will er wachsen, kommen weitere Einstellungen dazu.

Realistisch sind mehr als zehn Besetzungen pro Jahr, also im Schnitt mehr als eine pro Monat. Ein Zwölf-Monats-Vertrag folgt daraus logisch, er ist keine Überredung. Hier kommt ein Punkt, den viele übersehen: Kurze Laufzeiten können paradoxerweise höhere Preise ermöglichen. Wenn der Kunde monatlich kündigen darf, sinkt sein wahrgenommenes Risiko. Dadurch sagt er leichter zu einem höheren Monatspreis Ja. Die lange Bindung baust du über das Ergebnis, nicht über die Vertragsklausel.

Die 3,443 Millionen KMU in Deutschland machen laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn, 2023 rund 99,2 Prozent des Unternehmensbestands aus und standen laut Statistischem Bundesamt, 2023 für 26,2 Prozent aller Unternehmensumsätze. Dieser Mittelstand hat dauerhaften Personalbedarf. Wer sich auf wachsende Betriebe fokussiert, baut planbaren Umsatz auf, statt von Projekt zu Projekt zu springen. Wie du diesen Sprung sauber planst, zeige ich im Fahrplan für Von 3k auf 10k: Planbarkeit durch höhere Preise.

Wann lohnt das Kontingent-Modell?

Das Kontingent-Modell lohnt sich erst für erfahrene Agenturen mit festem Kundenstamm. Der Kunde kauft dabei Credits statt einzelne Leistungen. Bei zwölf Monaten Laufzeit erhält er zum Beispiel zwölf Credits und setzt sie frei ein: eine Stelle bewerben, einen Media-Day buchen, eine Karriereseite bauen oder einen Employer-Branding-Workshop machen. Ein Credit entspricht dabei grob dem Gegenwert einer Stelle pro Monat.

Der Vorteil liegt in der Bindung. Du wirst zum festen HR-Partner, nicht zum Dienstleister für Einzelaufträge. Die Vorqualifizierung per Anruf ist im Kontingent-Modell pauschal dabei. Fotos sind das erste Standard-Kontingent, das du zu Beginn anlegst. So startet jede Zusammenarbeit mit echtem Bildmaterial. Thomas Fuchs aus unserer Begleitung beschreibt genau diesen Wechsel vom Projekt-Hamsterrad zu planbarem Umsatz: Vorher haben sie alles gemacht, jetzt wissen sie genau, was zu tun ist, um den Umsatz jeden Monat zu steigern.

Ich empfehle das Modell bewusst erst ab einer gewissen Umsatzgröße. Es ist komplexer zu erklären und braucht einen Kundenstamm, damit es trägt. Wer kleiner ist, fährt mit der klaren Pauschale pro Stelle besser, weil sie im Verkaufsgespräch sofort einleuchtet. Ein Angebot, das der Kunde in dreißig Sekunden versteht, schließt schneller ab als ein cleveres Credit-System, das Erklärung braucht.

Typische Preisfehler, die Recruiting-Agenturen Umsatz kosten

Der häufigste Fehler ist die Fixierung auf kleine Aufträge mit Einzelstellen. Du besetzt eine Position, das Projekt endet, du startest wieder bei der Akquise. Dieses Muster hält viele im Hamsterrad fest, weil die Projektarbeit so viel Zeit frisst, dass keine für neue Kunden bleibt. Größere Betriebe mit laufendem Bedarf brechen diesen Kreislauf. Content Cut kam aus einem unstrukturierten Vertrieb ohne klare Prozesse und optimierte in meiner Begleitung seine Vertriebsstrategie binnen weniger Monate.

Zweiter Fehler: zu früh zu billig bleiben. Viele trauen sich nach dem dritten erfolgreichen Case nicht, die Setup-Gebühr durchzusetzen oder die Laufzeit zu verlängern. Sie verkaufen weiter zu Einsteigerpreisen, obwohl sie Resultate zeigen können. Deine Preise sollten mit deinen Cases steigen. Laut McKinsey, 2021 halten 83 Prozent der befragten B2B-Verantwortlichen Omnichannel-Vertrieb für mindestens genauso wirksam wie klassische Methoden. Wer über mehrere Kanäle sichtbar ist, verhandelt aus einer stärkeren Position.

Ein nicht offensichtlicher Punkt: Zu viel Transparenz bei der Budget-Trennung kann bei Großkunden als Unsicherheit wirken. Ein Mittelständler, der ein großes Volumen vergibt, erwartet oft ein geschlossenes Angebot aus einer Hand. Wenn du dann penibel jeden Euro Werbegeld aufdröselst, wirkst du eher wie ein kleiner Dienstleister als wie ein Partner. Kommuniziere die Trennung klar, aber stelle sie nicht in den Mittelpunkt des Gesprächs. Der Fokus bleibt auf dem Ergebnis: besetzte Stellen, weniger Vakanzkosten.

Weiterführende Artikel

FAQ

Wann sollte ich die monatliche Kündigung aus dem Vertrag streichen?

Streiche sie erst, wenn du mehrere Cases vorweisen kannst und dein eigenes Marketing größere Betriebe anzieht. Bis dahin senkt die monatliche Kündigung die Hürde beim ersten Ja. Mit nachweisbaren Resultaten ziehst du die Laufzeit auf drei, sechs und zwölf Monate hoch.

Wie reagiere ich, wenn der Kunde die Setup-Gebühr verhandeln will?

Am Anfang kannst du sie bei sofortigem Abschluss weglassen und damit den Monatspreis halten. So nutzt du sie als Verhandlungsmasse, ohne beim wiederkehrenden Umsatz nachzugeben. Ab dem dritten Kunden mit echten Cases verankerst du die Gebühr fest und begründest sie über die Vor-Ort-Fotoproduktion.

Rechne ich fünf gleiche Stellen als eine oder als fünf ab?

Suchst du fünf Mechatroniker über exakt dieselbe Kampagne, rechnest du eine Stelle ab, weil es eine Kampagne ist. Unterschiedliche Berufsbilder wie Mechatroniker und Ingenieur brauchen eigene Kampagnen und Anzeigen. Das sind dann zwei Stellen mit getrennter Betreuung und getrenntem Preis.

Wie begründe ich einen Zwölf-Monats-Vertrag gegenüber dem Mittelstand?

Über die natürliche Fluktuation. Ein Betrieb mit 100 Mitarbeitern verliert jedes Jahr mehrere Leute und braucht zum Wachsen zusätzliche Einstellungen. Damit ist fast jeden Monat eine Stelle offen. Ein Jahresvertrag folgt logisch aus dem dauerhaften Personalbedarf, nicht aus Verkaufsdruck.

Darf ich das Werbebudget über meine eigene Rechnung laufen lassen?

Ich rate klar davon ab. Lass das Werbebudget direkt über das Konto des Kunden laufen. So sieht er genau, was an Meta oder Google geht und was deine Arbeit kostet. Das schützt dein Vertrauensverhältnis und nimmt den Verdacht, du würdest beim Werbegeld mitverdienen.

Welches Add-on verkauft sich am leichtesten nach den ersten Resultaten?

Der Media-Day verkauft sich am leichtesten, sobald die Kampagnen erste Ergebnisse zeigen. Das Argument ist greifbar: Mit einem echten Recruiting-Video laufen die Anzeigen besser und der Betrieb hat Material für seine eigenen Kanäle. Die Marge ist hoch, weil ein Freelancer nur einen Teil des Preises kostet.

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